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Birgit Jüngst (Merida)


Karl Platt


Bike-Redakteur und Marathonmann


Birgit Jüngst


Platt und Listmann


Fully oder Hardtail?

Bike2b-Redaktion am 29.03.2005 - 13:30 Uhr
Die Frage, ob sich das vollgefederte Fully oder doch das leichtere Hardtail für Fahrzweck und Fahrertypus eignen, muss letztlich jeder Fahrer für sich selbst beantworten. Hier jedoch einige grundsätzliche Überlegungen, die vor der Anschaffung bedacht werden sollten.

Das Full Suspension Mountainbike
Ein "Fullly" ist dem Hardtail in nahezu jedem Gelände überlegen. Wegen der Federung an Vorder- und Rückbau des Bikes, kann das Hinterrad jederzeit Kontakt mit dem Boden halten und bietet somit bessere Kontrolle und Sicherheit als das ungefederte Hardtail. Auch Drops fährt man mit dem Fully sicherer: während der Hinterbau eines Hardtails dazu neigt in verblocktem Gelände hängen zu bleiben, rollt das Fully vielfach problemlos darüber hinweg. Wenn auf langen Marathon-Strecken die Konzentration einmal nachlässt, dann verzeiht das Fully Fahrfehler auch eher. Für technisch schwere, steinige Strecken empfiehlt Birgit Jüngtst ein leichtes Fully. "Ich fahre entspannter, ermüde später und bin dadurch am Ende auch schneller." Wegen seiner Dämpfung bietet das Fully zudem die rückenschonendere und komfortablere beider Varianten.

Vorteile des Hardtails
Man mag sich an dieser Stelle vielleicht fragen, wieso es überhaupt noch Hardtails gibt, wenn das Fully doch so viele Vorteile mit sich bringt. Die positiven Aspekte des Hardtails sind aber ebenfalls bemerkenswert: "Das Hardtail ist halt immer noch leichter als ein Fully und wir Rennfahrer denken, dass jedes Gramm weniger einen Vorteil hat", erklärt Karl Platt. Während des Marathons spart man - ganz besonders bei Anstiegen - Kraft und Energie. Zudem ist der Anschaffungspreis wesentlich niedriger. Für Tausend Euro bekommt man bereits ein top-ausgerüstetes Hardtail, während der gleiche Preis bei einem Fully die absolut unterste Grenze sein sollte. Auch die geringe Wartungsanfälligkeit zählt zu den Vorteilen eines Hardtails.

Ausgewogener Kompromiss
Wer einen starken Rücken hat und nicht viel Wert auf Komfort legt, der ist gerade beim Marathon mit einem Hardtail immer auf der sicheren Seite. Es sollte aber mindestens eine gefederte Gabel mit Lockout-Funktion haben, damit man auch auf schwierigem Untergrund schneller fahren kann und nicht so leicht ermüdet. Die Anforderungen an ein Marathon-Fully sind andere. Das Gewicht muss vertretbar sein, denn in der Summe aller Anstiege macht sich das Mehrgewicht deutlich bemerkbar. Zudem sollte das Fully nicht zu weich gefedert sein - die Federung muss harmonisch arbeiten und anpassbar sein. "Für ein racetaugliches Fully muss man schon mindestens 2500 Euro ausgeben. Für diesen Preis bekommt man aber ein Hardtail der Topklasse, leicht und mit sehr guter Ausstattung", fasst Radsport-Journalist Listmann zusammen. Für welchen der beiden Bike-Typen man sich letztlich entscheidet, ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern vor allem auch eine Frage des zur Verfügung stehenden Budgets. Listmanns Abschluss-Urteil: "Wer auf Preis-Leistung und Marathoneinsatz schaut, nimmt besser ein Hardtail; wer hingegen richtig Geld in die Hand nehmen kann, wählt ein Fully!"

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Marathon leicht gemacht - Einleitung
 

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Marathon leicht gemacht - Richtiges Training