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Mutterkraut
Chrysanthemum parthenium - bei Migräne




Renaissance einer alten Heilpflanze

Chrysanthemum parthenium ist in der Volksmedizin Großbritanniens bei der vorbeugenden Behandlung von Migräne und Arthritis weit verbreitet und erlangt auch in Deutschland zunehmend an Beachtung. Weltweit beschäftigen sich Wissenschaftler seit über 10 Jahren mit der Aufklärung der Inhaltsstoffe dieser Pflanze. Neben den botanischen Bezeichnungen Chrysanthemum parthenium und Tanacetum parthenium finden sich in der Literatur vor allem die synonymen volkstümlichen Namen Mutterkraut im deutschen und Feverfew im englischen Sprachraum.

Über Jahrhunderte wurde Chrysanthemum parthenium in der Volksmedizin als krampflösendes, verdaungsförderndes, tonisches und stimulierendes Mittel unter anderem bei Magenschmerzen, Dysmenorrhoe und als Emmenagogum angewendet. Schon im 18. Jahrhundert fand Feverfew in England als Mittel gegen Kopf- und Zahnschmerzen große Beachtung und soll nach Berry (1) als "Aspirin des 18. Jahrhunderts" bezeichnet worden sein.

Neben ätherischen Öl, Kampfer, Borneol, und Pinenen enthalten die Blätter und Blüten von Chrysanthemum parthenium Sesquiterpenverbindungen. Als Hauptwirkstoff gilt das Sesquiterpenlacton Parthenolid (1,6). Pharmakolische Untersuchungen mit Extrakten aus Chrysathemum parthenium in den achtziger Jahren zeigten unter anderem folgende Faktoren auf, die zur Klärung der Wirksamkeit dieser Arzneipflanze bei Migräne vor allem beigetragen haben. Mit Extrakten beobachtete man eine Hemmung der Prostagladinsynthese (2,3), eine verminderte Serotinausscheidung (4), eine Hemmung der Histaminfreigabe (8) und eine spasmolytische Wirkung (5). Die Wirksamkeit von Chrysanthemum parthenium als Prophylaktikum und Therapeutikum bei Migräne belegen zwei England durchgeführte klinische Studien. Nach einer vergleichenden Studie gegen eine Placebogruppe im Jahre 1985 durch E.S. Johanson und Mitarbeiter von der Mirgraine Clinic of London (5) führten J. J. Murphy und Mitarbeiter 1988 eine randomisierte, placebokontorllierte Doppelblindstudie mit 72 Migränepatienten über einen Zeitraum von 9 Monaten durch (7). Beide Studien zeigten sehr überzeugend, dass durch die tägliche prophylaktische Einnahme von Chrysanthemum parthenium mit ausreichender Parthenolidkonzentration die Häufigkeit und Schwere der Migräneanfälle signifikant gemindert wurden. Zudem besserten sich die charakteristischen Begleiterscheinungen der Migräne, wie Übelkeit, Schwindel und Erbrechen sehr deutlich. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten bei diesen Studien nicht auf.


Literatur:
1 Berry M. I. et al., Pharm. J.232,611 (1984)
2 Collier H. O. J. et al., Lancet II, 922 (1980)
3 Makheja A. N. et al., Prostaglandins, Leukotriens and Med. 8, 653 (1982).
4 Heptinstall S. et al., Lancet I, 1071 (1985)
5 Johnson E. S. et al., Brit. Med. J. 291, 569 (1985)
6 Bohlmann F. et al., Phytochemistry 21 (10), 2543 (1982)
7 Murphy J. J. et al., Lancet II, 189 (1988)
8 Hayes N. A. et al., J. Pharm Pharmacol. 39, 466 (1987).


Hemmung der
Prostaglandinsynthese


Verminderung der
Serotoninausscheidung


Hemmung der
Histaminfreigabe


Spasmolytische
Wirkung